Europäische Emissionshandelssystem wird auf Schifffahrt ausgeweitet
Ab dem 1. Januar 2024 müssen Reedereien, deren Schiffsflotten europäische Häfen anlaufen, frei handelbare Emissionszertifikate erwerben. Der Seeverkehr trägt heute mit 2,5 Prozent an den weltweiten CO2-Emissionen und mit 13 Prozent an den gesamten Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors in der EU bei. Deshalb hat die Europäische Kommission im Rahmen ihres Fit-for-55-Pakets auch Regulierungsmaßnahmen zur vollständigen Dekarbonisierung des Schiffsverkehrs bis 2050 vorgeschlagen. In einem ersten Schritt werden die Emissionszertifikate an die Reedereien ausgegeben, die im Anschluss frei gehandelt werden können. Hierdurch soll ein Marktpreis für CO2-Emissionen entstehen und Emissionssenkungen angereizt werden.
Für den internationalen Seeverkehr (Empfangs- oder Abgangshafen liegt in der EU) müssen die Reedereien – unabhängig von der Flagge – für 40 Prozent der Emissionen ihrer Flotten Zertifikate erwerben. Ab 2025 steigt die Quote dann auf 70 Prozent und ab 2026 auf 100 Prozent. Fahrten zwischen EU-Häfen fallen bereits ab 2024 zu 100 Prozent unter das EU-ETS. Genaue Abrechnungsmodelle sind noch nicht bekannt, dennoch kann anhand einer Beispielrechnung der Zertifikatspreis (40%) für einen Standard-40-Fuß-Container von Shanghai nach Hamburg mit ca. 350,00 Euro beziffert werden. Diese, bei den Reedereien entstehende Kosten, werden sehr wahrscheinlich an die verladende Wirtschaft weitergegeben und somit spürbare Auswirkungen auf die Seefrachtraten haben.
Quelle: VBSp. e.V.
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