Der Iran-Krieg belastet Schifffahrt und Luftfracht massiv

Die Lage im Nahen Osten eskaliert  und es kommt zu massiven Störungen in der Seeschifffahrt. Maersk und Hapag-Lloyd haben alle Schiffspassagen durch die Straße von Hormus bis auf weiteres ausgesetzt. CMA CGM wies alle Schiffe im Golf oder mit dem Ziel dorthin an, Schutz zu suchen. Zudem werde die Durchfahrt durch den Suezkanal bis auf weiteres ausgesetzt, und die Schiffe würden über das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet. MSC teilte mit, dass sie alle Frachtbuchungen in den Nahen Osten bis auf weiteres aussetzt. Sie habe alle Schiffe in der Golfregion sowie jene, die sich auf dem Weg dorthin befinden, angewiesen, zu sicheren Gebieten zu fahren. Damit einhergehend entstehen zusätzliche Kosten.

Mit der Eskalation im Nahen Osten schwindet die Hoffnung auf Entspannung der Kapazitätssituation in der Containerschifffahrt. Je nach Verlauf des Konflikts könnten die seit Sommer gefallenen Frachtraten nun wieder stark anziehen. Für die bereits in Transit befindliche Ware für Empfangshäfen in der Golfregion sind massive Sicherheitszuschläge auf die Frachten angekündigt worden. Bis zu 4.000 US-Dollar pro Container fordern die Carrier zusätzlich. Darüber hinaus hat Hapag-Lloyd angekündigt, Seefrachtraten von Nordeuropa nach Indien und in den Nahen Osten zu erhöhen. Diese Erhöhung gelte für Fahrten, die ab 1. April 2026 beginnen. Auch CMA CGM beabsichtigt, einen Notfall-Konfliktzuschlag für Fracht von und nach Irak, Bahrain, Kuwait, Jemen, Katar, Oman, den VAE, Saudi-Arabien, Jordanien, Dschibuti, Sudan und Eritrea sowie für den Rotmeerhafen Ain Sokhna zu erheben.

Seit Ausbruch der Kämpfe rund um den Iran sind die Preise für Schiffstreibstoffe auf den höchsten Stand seit Oktober 2023 geklettert. Am Bunkerplatz Rotterdam stieg der Preis für Marine Gas Oil (MGO), den gängigen Schiffsdiesel, von 720 US-Dollar pro Tonne am 27. Februar auf 944 Dollar am 3. März, ein Plus von 31,2 Prozent.

Die Luftfracht hat es mit voller Wucht getroffen. Die drei wichtigsten Drehkreuze der Golfregion – Dubai, Abu Dhabi und Doha – haben ihren Betrieb eingestellt. Die Lufträume über dem Iran, Israel, Bahrain, Katar und Kuwait sind gesperrt; über Jordanien und dem Libanon findet nur eingeschränkter Flugbetrieb statt. Eine Wiedereröffnung ist derzeit nicht absehbar. Irans Vergeltungsschläge haben derweil mehrere internationale Flughäfen beschädigt, darunter den Dubai International Airport, einen der zentralen globalen Luftfracht-Hubs, sowie den Abu Dhabi Zayed International Airport.

Die Kapazität auf den Strecken von den europäischen Hubs zu den Airports im Nahen Osten lag laut Rotate am 2. März 64 Prozent unter dem entsprechenden Wert der Vorwoche; in der entgegengesetzten Richtung betrug das Minus 60 Prozent. Der Einbruch betrifft rund die Hälfte aller globalen Routen. Durch Kaskadeneffekte sind auch Verkehrsregionen abseits der Kriegsregion betroffen.

Der Krieg hat die Kerosinpreise binnen weniger Tage weltweit in die Höhe getrieben. In der Woche bis zum 27. Februar lag der Durchschnitt für Flugkraftstoff bei 785 US-Dollar je Tonne, am 4. März bewegte sich der Index bereits bei 1.372 Dollar je Tonne; ein Anstieg um rund 75 Prozent.

Quelle: DVZ

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