12. Juni 2015

Umleitung importierter chinesischer Solarmodule über Taiwan und Malaysia?

 

Es häufen sich die Hinweise, dass chinesische Hersteller von Solarmodulen und Solarzellen die installierten Anti-Dumping-Zölle umgehen, indem sie ihre Exportware über Taiwan und Malaysia umleiten. Ein deutscher Hersteller hat gerade bei der EU sowohl einen Antrag auf Untersuchung der mutmaßlichen Umgehung der Antidumpingmaßnahmen als auch auf zollrechtliche Erfassung von in Taiwan und Malaysia produzierten Solarprodukten gestellt, dem aufgrund der vorgelegten Beweise und Begründungen stattgegeben wurde. Was heißt das in der Praxis?

 Seit dem 30. Mai werden aus Taiwan und Malaysia importierte Solarmodule und -zellen zollamtlich erfasst. Über einen Zeitraum von 9 Monaten erfolgt die Erfassung und Bewertung, ob eine Umgehung der vorhandenen Antidumpingzölle bzw. Dumping vorliegt oder nicht. In der Folge können auch im Nachhinein noch Zölle auf diese Waren erhoben werden. Hersteller in Taiwan und Malaysia können jedoch ihre Produkte von der zollrechtlichen Erfassung befreien lassen. Leider bedeutet dies, dass Importeure im ungünstigsten Fall erst zum Ende der Untersuchung im Februar 2016 wissen, ob sie Zölle auf importierte Ware seit dem 30.05.2015 zahlen müssen.

 

Quellen: Alliance of the Sustainable Energy Trade Initiative (SETI), Amtsblatt der Europäischen Union vom 28.05.2015, diverse Tageszeitungen