03. Dezember 2019

EU erwägt die Verlängerung der "Consortia Block Exemption Regulation" (CBER)

Mit der Consortia Block Exemption Regulation genießen Konsortien in der Reedereienlandschaft erhebliche wettbewerbsrechtliche Vorteile, da es ihnen erlaubt ist, auf verschiedenen Strecken zwischen internationalen Seehäfen die Anzahl der Abfahrten zu steuern. Durch sogenanntes „pooling“ erhält eine Reederei des Konsortiums Ladung, die bei den Mitgliedern des Konsortiums gebucht wird. Die Vereinbarung innerhalb des Konsortiums muss nicht veröffentlich werden. Diese Regelung galt für vier Jahre und die EU Kommission erwägt die Verlängerung dieser Vereinbarung. Aktuell läuft bei der EU eine Frist, in der Marktbeteiligte ihre Eingaben dazu machen können.

Die verladende Industrie hat bereits ihre Stimme erhoben, dass durch die CBER der Wettbewerb unter den Reedern nicht gefördert wird und der Service dadurch schlechter geworden ist. Eine wichtige Bedingung für die Befreiung, die den Kunden Vorteile bringen sollte, ist nicht mehr erfüllt, da sich über die Jahre weder die Servicequalität noch die Produktivität verbessert haben. Stattdessen ist eine zunehmend unausgewogene Marktsituation entstanden, seit die Reedereien große Kooperationsabkommen geschlossen haben. Gleichzeitig wird beklagt, dass die Branche trotz Schaffung von Überkapazitäten weiter geschützt werden soll. Die EU ist nun gefordert, die Stimmen der Marktteilnehmer bis zum 3.1.2020 zu sammeln und danach eine ausgewogene Entscheidung zu treffen, ob die CBER verlängert wird.

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